5. Netzwerkveranstaltung – „digitale Bürgerpartizipation“ in der kommunalen Praxis

 

Schon zum fünften Mal trafen sich die Netzwerkmitglieder per Videokonferenz, um sich zum Thema digitale Bürgerbeteiligung auszutauschen. Das Thema hatte sich bei einer Abfrage als Favorit herauskristallisiert. Wie kann digitale Bürgerpartizipation in der kommunalen Praxis umgesetzt werden? Und was fällt unter diesen Begriff bzw. was hat sich bereits bewährt?

Ganz besonders wertvoll war der Erfahrungsbericht der Mitglieder des Netzwerks, die ihre Beispiele aus der Praxis vorgestellt haben, sowie der anschließende Austausch über bereits gewonnene Erfahrungen.

Christoph Demuth, Mitarbeiter und kommunaler Digitalisierungsbeauftragter der Verbandsgemeinde Asbach hat eine Bürgerumfrage zum Projekt “Wäller Markt” gestartet. Der Wäller Markt ist eine Onlineplattform, über die regionale Händler ihre Produkte ohne großen Aufwand online anbieten können. Die Meinungsabfrage wurde über die Homepage realisiert, dazu wurde eigens ein Formular entwickelt. Die Auswertung der abgegebenen Stimmen war über Excel möglich und konnte so im Anschluss ansprechend dargestellt werden. Besonders spannend war, dass der Verbandsgemeinderat entgegen des allgemeinen Meinungsbildes entschieden hat. Laut der Umfrage konnten sich nur rund 20% der Teilnehmer vorstellen, den Wäller Markt zu nutzen, dennoch hat sich der Rat für die Einführung entschieden.

Ein weiteres Beispiel aus der Praxis stellte Sarah Haussmann aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich vor. Sie entwickelte gemeinsam mit Deborah Mertes im Projekt “Smarte.Land.Regionen” (in Kooperationen mit dem Fraunhofer IESE aus Kaiserslautern) eine digitale Beteiligungsplattform, um Bürger:innen die Möglichkeit zu bieten, sich direkt in bestimmte Entscheidungsprozesse des Landkreises einzubringen. So können Bürger:innen zu verschiedenen Thesen z. B. im Bereich Klimaschutz oder Digitalisierung per Daumen hoch/runter oder durch einen Kommentar ihre Meinung zum Ausdruck bringen.

Dass es beim Thema digitale Bürgerbeteiligung nicht unbedingt nur um Umfragen gehen muss, zeigten die drei Netzwerkkoordinatorinnen. Unter den Begriff kann auch schon der digitale Draht zur Verwaltung fallen, um die Probleme, Anfragen und Ideen der Bürger:innen sichtbar zu machen. Der Kanal “Sag’s uns” in der DorfFunk-App ermöglicht den Bürger:innen positive und negative Anliegen zu melden, die durch die Verwaltung kooperativ verarbeitet werden.

Das Thema der digitalen Bürgerpartizipation wird in der nächsten Netzwerkveranstaltung am 14.12.2021 durch einen Expertenvortrag von Kristina Oldenburg weiter vertieft werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen an der Online-Veranstaltung teilzunehmen.

Neue Mitglieder:innen sind jederzeit herzlich willkommen. Hierzu stehen die Netzwerkkoordinatorinnen gerne zur Verfügung: hallo@digitaledoerfer-vernetzt.de