7. Netzwerktreffen zu den Stellen und Aufgaben kommunaler Digitalbeauftragter: “Wenn es einen Bildschirm hat, dann ist es immer Digitalisierung.”

Am 08.02.2022 fand unser erstes gemeinsames Online-Treffen im Jahr 2022 statt. Leider aufgrund der pandemischen Lage weiterhin digital, doch besonders dieses Netzwerktreffen zum Überbegriff “Digitalisierungsbeauftragte und deren Aufgaben im kommunalen Kontext” hat noch einmal aufgezeigt, wie wichtig es ist sich im persönlichen Rahmen auszutauschen und wie förderlich interkommunale Kommunikation ist.

Nach einem Rückblick zur letzten Veranstaltung zum Thema „digitale Bürgerbeteiligung“ im Dezember 2021 und einem kurzen Update zu den Aktivitäten, die in der Zwischenzeit erfolgt sind (u. a. der Besuch der HÖV), stellten die Projektkoordinatorinnen die Ergebnisse der Stimmungsumfrage „Kommunale Digitalbeauftragte in ländlich geprägten Verwaltungseinheiten“ vor. Die Befragung war qualitativ angelegt und mit zwölf Teilnehmenden zwar nicht repräsentativ, Tendenzen sind jedoch klar erkennbar: 

  • Die Hälfte der Befragten gab an, dass es keine klare Struktur und personelle Zuständigkeiten im Bereich Digitalisierung gibt, bei den anderen sechs Teilnehmenden hingegen war mindestens eine Person mit dem Thema betraut und es gibt feste Strukturen.

  • Im Bereich personelle Besetzung machte sich ein sehr weites Feld auf: Von zwei Personen in einer Stabstelle über Teams in der IT oder mit der Büroleitung bis hin zu keiner Besetzung – das Thema Digitalisierung wird in den Verwaltungen sehr unterschiedlich angegangen. Immerhin wurden in sieben Verwaltungen neue Stellen geschaffen. Die anderen fünf Befragten gaben an, dass das Thema an anderer Stelle einfach “mitgemacht” wird. Verwaltungsorganisatorisch liegen alle diese Stelle hauptsächlich bei der Zentralverwaltung, aber auch bei der IT, ganz selten als Stabstelle. 
  • Auch bei der Bezahlung ist ein sehr heterogenes Bild zu sehen: Exemplarisch wurden A 8 und A10/E 10 genannt, aber bei den meisten Befragten wurden keine neuen Stellenbewertungen durchgeführt.

     

  • Auf die Fragen nach Problemen und Herausforderungen waren die Punkte Bezahlung und unklare Strukturen die meist genannten. Unerwähnt soll aber nicht bleiben, dass ein*e Befragte*r angab, keine Probleme zu haben. 

In der anschließenden Diskussion der Ergebnisse kam noch einmal klar heraus, dass es keine einheitlichen Vorgehensweisen in Sachen kommunaler Digitalisierung gibt und alle Abteilungen zusammenarbeiten müssen, sonst können die vielfältigen Herausforderungen der Digitalisierung weder für die internen Prozesse noch zur Zufriedenheit der Bürger*innen gelingen. Es fehlt allzu oft noch an einheitlichen organisatorischen und personellen Ressourcen, Strukturen und dem übergeordneten Handlungsrahmen der von der Führungsebene vorgegeben werden muss. 

Unser Netzwerk möchte als Sprachrohr für die rheinland-pfälzischen Kommunen wirken und die aktuelle Situation in den Kommunen im Hinblick auf Digitalisierungsthemen widerspiegeln. Herr Schrank von der Verbandsgemeinde Bodenheim stellte aus gegeben Anlass sein eigens bereitgestelltes Portal vor, damit sich die OZG-Koordinatoren aus den Kommunen vernetzen und austauschen können. Dies ist ein hervorragendes Beispiel, wie interkommunale Vernetzung helfen kann, um gemeinsam Hilfe und Lösungen zu finden. Viele Netzwerkmitglieder haben sich bereits im Portal angemeldet. 

Darauf aufbauend und von vielen Mitgliedern gewünscht, wird es in der nächsten Veranstaltung des Netzwerks am 05.04.2022 um Dokumentenmanagementsysteme (DMS) und die eAkte gehen, mit Beiträgen durch unsere Netzwerkmitglieder. 

Darüber hinaus ist für den 17.03.2022 ein Zusatztermin zusammen mit unserem Schwesternnetzwerk IKONE DS geplant, in dem es um die Digitalisierung kulturellen Erbe gehen wird – dazu werden uns Vertreter*innen aus Rheinland-Pfalz über das Projekt KuLaDig berichten. 

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen an den beiden Online-Veranstaltungen teilzunehmen.  

Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen. Hierzu und zu allen Belangen rund um das Netzwerk stehen die Koordinatorinnen gerne zur Verfügung: hallo@digitaledoerfer-vernetzt.de