Podiumsdiskussion „Zwischen persönlicher Begegnung und digitalen Dörfern“
Am 26. Juni 2025 nahm ich als Vertreterin des Netzwerks „Digitale Dörfer in Rheinland-Pfalz“ und der Verbandsgemeinde Göllheim an einer Podiumsdiskussion im Landtag in Mainz teil, organisiert vom Institut für Geschichtliche Landeskunde in Kooperation mit dem Landtag Rheinland-Pfalz. Das Thema lautete: „Zwischen persönlicher Begegnung und digitalen Dörfern – Kommunikation und Dorf heute“
Herausforderungen und Chancen kommunaler Zusammenarbeit
In meiner Rolle als Projektkoordinatorin verfolge ich täglich das Ziel, digitale Infrastruktur und Gemeinschaft im ländlichen Raum sinnvoll zu verknüpfen. Dabei stelle ich fest: Kommunikation vor Ort – in Begegnung und Gespräch – bleibt unersetzlich. Nachbarschaftliche Beziehungen vertiefen das Vertrauen, stärken lokale Identität und ermöglichen gemeinsame Lösungsvorschläge.
Digitalisierung ergänzt, aber ersetzt nicht. Online-Plattformen und virtuelle Treffen können ergänzen: Sie vernetzen Zugezogene, unterstützen Ehrenamtliche, bringen Menschen über geographische Grenzen hinweg zusammen. Sie erleichtern aber auch, Interessen sichtbar zu machen und Prozesse der Beteiligung transparenter zu gestalten.
Wir möchten Menschen vor Ort miteinander verbinden – etwa durch gemeinschaftliche Plattformen zur Organisation lokaler Projekte, die zeigen, wie moderne und zeitgemäße Kommunikation gelingen kann. Doch auch hier gilt: Technik braucht Moderation, Pflege und klare Ziele – ohne persönliches Engagement bleibt sie wirkungslos.
Politische Verantwortung und Handlungsperspektiven
Auf dem Podium mit Hendrik Hering (Landtagspräsident Rheinland-Pfalz), Kristina Müller-Bongard (Leiterin des Hunsrück-Museums Simmern) und Hans Peter Hexemer (Vorsitzender des Geschichtsvereins Nierstein und ehemals Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landtagsverwaltung) betonte ich, wie wichtig Unterstützung auf Landesebene ist:
- Förderprogramme vereinfachen,
- Weiterbildungsangebote für Jung und Alt,
- Vernetzung von Gemeinden, die voneinander lernen und sich Projekte gemeinsam erschließen.
Nur so kann die Brücke zwischen analoger Nachbarschaft und digitalen Netzwerken nachhaltig gebaut werden.
Ausblick: Echte Gemeinschaft für morgen gestalten
Die Diskussion bei der Veranstaltung verdeutlichte: Gemeinschaft im ländlichen Raum braucht beides – persönliche Begegnung und digitale Möglichkeiten. Wir stehen vor komplexen Aufgaben: Integration, Demografie, Kommunikation, Mobilität. Erfolgreiche Dörfer zeichnen sich dadurch aus, dass sie digital denken, aber analog handeln.
Wenn wir Menschen aktiv beteiligen, lokale Identität stärken und moderne Kommunikationswege nutzen – dann können wir Gemeinschaft neu definieren.
Unser Netzwerk Digitale Dörfer RLP versteht sich hierbei als Knotenpunkt, an dem kommunale Akteure zusammenfinden, voneinander lernen und gemeinsam neue Wege erproben können.
Für alle, die die Diskussion noch sehen möchten: Der Livestream der Veranstaltung ist auf YouTube abrufbar (ab Minute 10).: Podiumsdiskussion: Zwischen persönlicher Begegnung und digitalen Dörfern | IGL VR 2025

