Modell “Gemeinde 3.0”: Modernisierung, Digitalisierung und soziale Gestaltung für die Zukunft 

 

Modell “Gemeinde 3.0”: Modernisierung, Digitalisierung und soziale Gestaltung für die Zukunft 

In einem Vortrag zum Organisationsmodell “Gemeinde 3.0” von Herrn Stefan Heck und Frau Tanja Harlos, den Referenten des Gemeinde- und Städtebundes (GStB), wurden wichtige Aspekte für die Modernisierung und Zukunftsorientierung von Gemeinden beleuchtet. 

„Das Prinzip muss lauten: Deutschland modernisieren, digitalisieren und sozial gestalten. Nur dann werden wir zukunftssicher aufgestellt sein.“ 
Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des DStGB 

In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen, denen Kommunen gegenüberstehen, sind die großen Themen und Probleme derzeit Asyl und Migration, der Klimawandel sowie die voranschreitende Digitalisierung. Die Umsetzung des “Gemeinde 3.0”-Modells erfordert Anpassungen in verschiedenen Fachbereichen, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden. 

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Büroleitungen von Kommunen in Rheinland-Pfalz unterschiedlicher Größenordnungen, hat in insgesamt zehn Sitzungen an diesem Modell gearbeitet.  

Eine entscheidende Neuerung in “Gemeinde 3.0” ist die Flexibilität bei der Umsetzung vor Ort. Dies bedeutet, dass die Anwendung des Modells nicht länger an die Einwohnerzahlen gebunden ist und exemplarisch von etwa 20.000 Einwohnern ausgeht. Bisher sind die Möglichkeiten begrenzt, was dazu führte, dass Rheinland-Pfalz benachteiligt im Wettbewerb mit benachbarten Bundesländern wie Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen ist. 

Die Ziele dieses Modells sind vielfältig. Es soll die interkommunale Zusammenarbeit stärken, die Erfahrungsstufen reduzieren und die Fortbildungsqualifizierung für Tarifbeschäftigte und Quereinsteiger fördern. Es soll als “Instrumentenkasten” und Argumentationsmaterial gegenüber der Aufsichtsbehörde dienen. Die Bewertung von Stellen hängt am Ende von den individuellen Anforderungen und Aufgabenverteilungen vor Ort ab, wodurch das Modell nicht 1:1 übertragbar, aber eine Orientierung ist. 

Besonders hervorzuheben ist, dass in “Gemeinde 3.0” sowohl die Kasse als auch die kommunalen Betriebe und Werke separat beleuchtet werden, wobei Letztere nicht im Geltungsbereich des Modells abgedeckt sind. 

Die Ermittlung des Personalbedarfs wird als notwendige Voraussetzung und Grundlage für die Anwendung dieses Modells betrachtet. Sie spielt eine zentrale Rolle in der Planung von Stellen und Haushalten. 

Die Ideen und Konzepte sollen nicht nur innerhalb der Verwaltung angewendet werden, sondern auch an die Hochschule für öffentliche Verwaltung (HÖV) in Mayen weitergegeben werden, um in das Curriculum einzufließen. Das Modell “Gemeinde 3.0” ist zwar derzeit noch auf einer Linienorganisation aufgebaut, aber Prozessmanagementansätze sind bereits integriert. In zukünftigen Aktualisierungen des Modells sollen verstärkt Prozesslandschaften berücksichtigt werden, und Projektmanagement wird zu einer wichtigen Komponente in den Verwaltungen.  

Die Umsetzung von “Gemeinde 3.0” verspricht eine zeitgemäße und effiziente Verwaltung, die den vielfältigen Anforderungen der heutigen Zeit gerecht wird und eine solide Grundlage für die Zukunft schafft.